spricht über sein Verhalten, ohne innere Erlebnisse zu erwähnen

„Guten Tag, wie geht es Ihnen?“

„Wir müssen uns beeilen, die Versammlung beginnt!“

Der Kommunikant ist nicht bereit, das Angebot der Komplizenschaft des Kommunikators anzunehmen — er versucht, es zu umgehen


Eine Person ist sich nur eines Teiles ihrer (emotionalen) Erfahrungen vollständig bewusst — der andere Teil bleibt als unbewusster Bedingungsrahmen wirksam
Es kommt zu Fehlhaltungen, wenn übernommene Fremdwertungen zur Verzerrung eigener Erfahrungen führen
Unreflektierte Bedürfnisse werden dennoch auf eine von der Person akzeptable Weise befriedigt:
Anfängliche Heuchelei bei der Meinungsbekundung schlägt um in Überanpassung in nicht verinnerlichte Fremdnormen
Daneben werden unausgeformte Bedeutungsinhalte symbolisiert

Drei grosse Ausschliessungssysteme betreffen den Diskurs: das verbotene Wort; die Ausgrenzung des Wahnsinns; der Wille zur Wahrheit…
Denn auf dieses bewegen sich die beiden anderen seit Jahrhunderten zu; immer wieder versucht es, sie sich unterzuordnen, um sie gleichzeitig zu modifizieren und zu begründen…
Und doch spricht man von ihm am wenigsten
Es ist, als würde der Wille zur Wahrheit und seine Wendungen für uns gerade von der Wahrheit und ihrem notwendigen Ablauf verdeckt…
Der wahre Diskurs, den die Notwendigkeit seiner Form vom Begehren ablöst und von der Macht befreit, kann den Willen zur Wahrheit, der ihn durchdringt, nicht anerkennen; und der Wille zur Wahrheit… ist so beschaffen, dass die Wahrheit, die er will, gar nicht anders kann, als ihn zu verschleiern

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… es geht darum, die Bedingungen ihres Einsatzes zu bestimmen, den sprechenden Individuen gewisse Regeln aufzuerlegen und so zu verhindern, dass jedermann Zugang zu den Diskursen hat: Verknappung diesmal der sprechenden Subjekte
Niemand kann in die Ordnung des Diskurses eintreten, wenn er nicht gewissen Erfordernissen genügt, wenn er nicht von vornherein dazu qualifiziert ist
… das Ritual definiert die Qualifikation, welche die sprechenden Individuen besitzen müssen…; es definiert die Gesten, die Verhaltensweisen, die Umstände und alle Zeichen, welche den Diskurs begleiten müssen; es fixiert schliesslich die vorausgesetzte oder erzwungene Wirksamkeit der Worte, ihre Wirkung auf den Adressaten und die Grenzen ihrer zwingenden Kräfte

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