spricht nicht über sich selbst, weder über eigenes Verhalten noch über inneres Erleben. äussert sich nicht über Ereignisse, Personen

„Guten Tag, wie geht es Ihnen?“

keine (verbale) Antwort

Der Kommunikant ist nicht bereit, das Angebot der Komplizenschaft des Kommunikators anzunehmen — er negiert es offenkundig

ES GIBT VERSCHIEDENE ARTEN DES SCHWEIGENS:
Der französische Sozialwissenschaften ERIC MENSION-RIGAU meint, der Sinn für das Schweigen erkläre sich bei den stilbildenden Schichten in Frankreich möglicherweise durch die Tatsache, „dass diese Leute in einer Umgebung leben, in der Gewalt nur in Form von Sprache erlaubt ist
Dadurch haben die Betroffenen ein starkes Bewusstsein dafür entwickelt, dass auch Worte lebensgefährliche Verletzungen beibringen können
die Weisheit lehrt sie deshalb, voreilige Worte zu meiden und lieber zu schweigen“

bei WICKERT

Schweigen
1. st. verb intr. = ahd.
swïgën, mdh. swïgen, westgerm. Wort, neben dem im Urgerm. das dem let. tacere entsprechende Verb got. ṕahan, ahd. dagën vorhanden war
verwandt mit griech.
sigë „das Schweigen“, sigáein „schweigen“
im mhd. ist
sch., namentlich in der zus. mit ge- auch = „aufhören mit reden, verstummen“ und bildet dann das perf. mit sein, so noch bei lu.: darnach, als sie geschwiegen waren (neuere ausgg. sinnentstellend hatten)
rühnhd. mit gen., vgl.
ich schweige der freuden lu.; auch mit akk. wie verschweigen, vgl. noch einen grund darf ich nicht sch. Wi., warum schweigst du mir das kostbarste? schi.; jetzt mit von; anders zu etwas sch.
pleonastisch
stillsch.
das part. mit ungenauer verknüpfung
stillschweigende übereinkunft
substantiviert
das schweigen, stillschweigen
2. schw. verb trans „zum schweigen bringen“ = ahd. mhd.
sweigen: wer leben will und gute tage sehn, der schweige seine zunge lu., schweige deine zunge musäus; jetzt noch landschaftl. in bezug auf schreiende kinder — vgl. geschweigen, verschweigen